
Es war schon ein unglaubliches Erlebnis für uns Uelzener, als wir nach unserem Sieg in
Melle und der anschließenden Aufstiegsfeier mit dem Vereinsbus zurück nach Uelzen
fuhren.
Tausende von Fans standen an den Straßenrändern und jubelten uns zu. Transparente wurden
hochgehalten, "Uelzen wieder in der 2. Liga", "Nie mehr 3. Liga" oder
"Uelzen = Schachhochburg" war auf ihnen zu lesen. Blonde Schönheiten warfen uns
Blumensträuße zu. Es war wirklich beeindruckend! Die Polizei hatte vorsorglich die A2 in
Richtung Hannover abgesperrt, dennoch gelang es etlichen Fans, auf die Straße zu stürmen
und zu unserem Bus vorzudringen. Wir kamen nur im Schritttempo voran, erfüllten aber
geduldig die zahlreichen Autogrammwünsche.
Na gut ... o.k. ... ich gebe zu, die obige Darstellung entspricht nicht ganz der
Realität. Genau genommen nahm eigentlich niemand Notiz von unserer Rückfahrt aus Melle
und der Ankunft in Uelzen spät in der Nacht. Die Aufstiegsfeier im China-Restaurant in
Melle fand aber statt, und dazu hatten wir ja auch allen Grund.
Waren wir doch nach unserem 5-3 Sieg (am grünen Tisch später sogar 8-0) gegen Melle
Meister in der Oberliga Nordwest und damit Aufsteiger in die 2. Bundesliga geworden.
Wenn man dann noch bedenkt, dass uns dies mit der vom Altersdurchschnitt jüngsten und vom
ELO-Durchschnitt schwächsten Mannschaft der Oberliga gelungen ist, so kann man schon von
einer Sensation sprechen. Am Ende standen 8 Mannschaftssiege bei nur einer Niederlage und
45,5 Brettpunkte auf dem Konto. Das hört sich schon souverän an, auch wenn man nicht
vergessen darf, dass es so manchen Zittersieg in dieser Saison gab. Manchmal sah es sogar
nach einer deutlichen Niederlage aus, aber irgendwie haben wir uns (fast) immer wieder
retten können. Unseren einzigen Verlust bezogen wir gegen die Schachfreunde aus
Delmenhorst, die als "Übermannschaft" der Liga vor dem Saisonstart von allen
als Aufstiegskandidat Nr. 1 gehandelt wurden. Aber eine Niederlage und ein Unentschieden
waren in diesem Jahr halt zu viel...
Voraussichtlich werden wir im nächsten Jahr mit einer noch jüngeren Mannschaft in der 2.
Bundesliga antreten. Realistisch gesehen wäre der Klassenerhalt eine noch größere
Sensation als der diesjährige Aufstieg, aber die Göttinger Schachfreunde haben es uns ja
vorgemacht, dass man sich dort oben auch behaupten kann. Wir werden auf jeden Fall hoch
motiviert sein!
Peter Raabe
Mannschaftsführer Uelzen I